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Back home - now it's your turn

Die Heimat hat uns wieder. Nach einer langen, ermüdenden aber recht entspannten Rückreise und einem herzlichen Empfang mit einem echt lippischen Mittagessen haben wir ausgeschlafen, die Koffer geleert und die Post der letzten zwei Monate gesichtet und beiseite gelegt.

Aber bis alle Wäsche gewaschen, alle Mitbringsel sortiert, alle Fotos sortiert gespeichert (und eventuell bearbeitet), alle Geschichten erzählt und alle Erfahrungen verarbeitet sind, das wird sich noch eine ganze Weile hinziehen. Was letztendlich bleibt, wird sich erst dann zeigen, wenn der (neue) Alltag uns wieder hat.

Nachdem zwei Monate lang aufgeschrieben habe ('tschuldigung für die Tippfehler), was wir so alles gesehen, gemacht und erlebt haben, bin ich doch neugierig zu erfahren, wer tatsächlich mitgelesen hat. Deshalb habe ich an alle Leser dieses Blogs ein Anliegen:

Wenn du bis hierher mitgelesen hast – egal ob von Anfang an oder erst später darauf gestoßen – teile mir das bitte mit. Du kannst z.B. die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag nutzen oder mir eine Email schreiben (die Adresse ist noch die alte) oder eine SMS tippen (meine deutsche Telefonnummer funktioniert auch wieder). Ein Name oder Satz reicht. Aber wenn du magst, kannst du auch dazuschreiben, warum du bist zum Schluss dabei geblieben bist, was dich besonders interessiert hat, was dich vielleicht gestört hat ...

Wenn du dies erst liest, als du dich eine Weile später an diesen Blog erinnerst hast, darfst du mir gerne auch dann noch schreiben.

Ich freue mich über jede Rückmeldung.

TL; DR
Wer hat das hier gelesen?

Lichterbaum + Dachboot + Meerlöwe = Singapur

abends in den "Gardens by the Bay"

Singapur kann auch Lightshow – und wie! Man gehe nach Einbruch der Dunkelheit in die Gardens by the Bay mit den künstlichen Riesenblumen (oder Riesenbäumen) – einem der neuen Wahrzeichen Singapurs. Man suche sich eine Sitz- oder noch besser Liegegelegenheit und schaue nach oben. Auf Ansage kommt (zweimal) eine viertelstündige Lightshow zu Musik, in der man einfach schwelgen kann. Passend zum Rhythmus blinken tausende Lämpchen in zur Stimmung wechselnden Farben.

Und als ob das noch nicht genug ist, gibt es in zeitlich angemessenem Abstand eine weitere Lightshow mit Laser auf Wasserfontänen.

die Türme von Marina Bay Sands

Das andere neue Wahrzeichen und architektonische Highlight sind gleich neben den Gardens die drei Türme Marina Bay Sands, die oben mit einer Art Schiff verbunden sind. Indem ganzen Komplex sind Luxushotels, Casino, dazu passende Shopping-Meilen und Restaurants und sonstige Belustigungen untergebracht. Das Beste daran ist aber die Bar ganz oben im 57. Stock in dem „Boot“. Von der Terrasse aus hat man mit einem Drink in der Hand den besten Blick auf den Sonnenuntergang und die erwachenden Lichter der Stadt. (Danke für den Tipp, Angie.)

Blick von der Bar "Ce La Vi" (schreibt sich wirklich so) auf die Marina Bay

Bei Tag hat die Stadt aber auch einiges zu bieten, egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Wir haben beides ausprobiert. Im Laufe der Kolonialgeschichte haben sich verschiedene Viertel herausgebildet, die heute mit einigem finanziellen Aufwand erhalten werden. Neben dem chinesischen Viertel gibt es Little India und ein Malayenviertel.

Die Hauptstraße in Little India ist schon herausgeputzt für das Lichterfest Diwali.

Alle haben viele kleine sehr spezialisierte Läden und Restaurants, wie wir sie auch schon woanders gesehen haben. Auch die Gerüche von z.B. Räucherstäbchen, Gewürzen, Waren, Parfüms sind sehr typisch und zum Teil gewöhnungsbedürftig. Hinduistische und buddhistische Tempel und Moscheen (Malayen) sind recht zahlreich und auch gut besucht. Neu für uns war, dass es Shopping Malls in diesen Vierteln gibt, die sehr speziell auf die jeweilige Kundschaft ausgerichtet sind.

Geschäft in dem Shoppingcenter „Golden Landmark“ im Malayenviertel.

Da Singapur am Äquator liegt, haben wir noch einmal Tagestemperaturen deutlich über 30° bei hoher Luftfeuchtigkeit erlebt. Da kommt eine Bootsrundfahrt auf dem Singapore River ganz gelegen. Dabei kann man sich die Stadt gemächlich erklären lassen und auch noch einen Blick auf ein altes Wahrzeichen der Stadt werfen.

Ein Meerlöwe ist doch nur fast so ansehnlich wie eine Meerjungfrau.

Der Merlion war lange Zeit das Wahrzeichen Singapurs. Es gibt dazu auch eine alte malayische Sage und viel Symbolik. (Das kann man irgendwo nachlesen.)

Wenn man die Bootstour schon gemacht hat und es immer noch zu heiß ist, bietet sich ein Aufenthalt in einer Shoppingmall an. Davon gibt es unzählige für alle Zielgruppen (s.o.) und alle Preisklassen. So verschieden sie auch sein mögen, alle haben sehr leistungsfähige Klimaanlagen. Gleiches gilt natürlich auch für Museen, Hotellobbys und andere öffentlich zugänglichen Gebäude. So kann man seinen persönlichen Wärmehaushalt dann ganz gut regulieren.

Oder man geht in die Metro:

Wenn man auf den Bahnsteig kommt, sieht man keine Gleise. Die sind hinter verschlossenen Türen. Erst wenn der Zug eingefahren ist und ganz wirklich hält, gehen die Türen des Zuges und die des Bahnsteiges auf, die Passagiere können den Wagen über den grünen Pfeil verlassen; danach können die wartenden Fahrgäste, die sich auf den roten Pfeilen aufgereiht haben, den Wagen betreten. (Ja, queueing wird auch in Singapur ganz groß geschrieben.) Wenn sich die Automatiktüren geschlossen haben, setzt sich der Zug völlig fahrerlos in Bewegung. Es ist schon ein komisches Gefühl, ganz vorne stehend aus dem Zug zu schauen, der durch den Tunnel rast.

TL;DR
Muss ich wirklich? Na dann: Singapur hat alte und neue Wahrzeichen.

Kangarooooos !!!

Zum Abschluss unseres Australienaufenthaltes haben wir die Insel Kangaroo Island besucht. Zur Abwechslung haben wir die Insel als Teil einer geführten Tourigruppe erkundet. Wir waren zu sechs Gästen in einem kleinen Bus (für 20 Personen) mit Anhänger für Proviant und Übernachtungsgepäck unterwegs. Übernachtet haben wir auf einer Schaffarm in einfachster Unterkunft mit offener Küche. Die Mahlzeiten dort und mittags unterwegs haben wir aus den bereitgestellten Zutaten zusammen zubereitet. Luxus geht anders. Dafür trifft man die interessanteren Menschen (incl. der guides).

Kangaroo Island ist ca. 200 km lang und der Großteil der Westhälfte ist Nationalpark. Die Insel ist auch für australische Verhältnisse sehr dünn besiedelt.

Dieser 'General Store and Bottle Shop' ist die einzige Einkaufsmöglichkeit vor den letzten 70 Kilometern.

Gesehen haben wir an den zwei Tagen je eine Honig- und Eukalyptusfarm mit Verkauf ihrer Produkte, traumhafte Buchten mit und ohne Brandung, endlosen Busch natürlich, vielfach dirt roads (Schotterwege) und auch die großen geologischen Attraktionen an der Südwestküste, Admiral's Arch und die bemerkenswerten Felsen Remarkable Rocks.

Dieses ist nur ein kleiner Teil der vom Wasser überformten Felsbrocken, die da auf einem Plateau rumliegen. Die zwei Personen dienen zum Größenvergleich.

Wir hatten auch die Möglichkeit zum Sandsurfen bzw. -rodeln von den Dünen in Little Desert..

Wir hatten also zwei vollgepackte Tage. Das Bemerkenswerteste aber waren die Tiere in freier Wildbahn. Unterwegs haben wir häufig Kängurus erblickt – begleitet von dem Jauchzen „Kangarooooos!! Kangaroos on the left!“unserer Gruppenleiterin Jerry. Auf andere Tiere hat sie ähnlich enthusiastisch hingewiesen. Nach unseren verschiedenen Kängurusichtungen - auf Golfplätzen, in Parks und Reservaten – waren wir nicht mehr ganz so euphorisch wie unsere Mitreisenden, die Vielzahl der in den Baumwipfeln dösenden Koalas war dann aber auch für uns very impressive, oder "absolutely awesome" wie eine Mitreisende sagen würde.

Zum Abschluss möchte ich euch eine Auswahl der Tiere zeigen, die wir auf unseren walks an diesen zwei Tagen getroffen haben. (Es fehlen u.a. Wallabies, Koalas, Emus, hellgraue Gänse, imFelsenpool spielende Pelzrobben, kleinere Vögel.)

Seelöwen mit ihren Jungen in Seal's Bay

 

junger Echidna (eierlegender Igel)

 

Pazifische Möwen (deutlich größer als die an der Nordsee)

 

äußerst lästige kleine Fliegen, die gerne schwarmweise auftreten

 

... und natürlich Kängurus

TL;DR
Auf Kangaroo Island gibt es nicht nur Kängurus.

Come together in Adelaide

Adelaide, eine Stadt mit immerhin über 1,2 Millionen Einwohnern, wirkt beim ersten Rundgang auf uns wie Münster (Parklandschaft im Grüngürtel); in der Einkaufszone Rundle Mall fühlt man sich wie in der Bielefelder Bahnhofstraße. Also insgesamt ist der Charakter unaufgeregt westfälisch, deutlich anders als die lauten hektischen Citys Sydney und Melbourne.

Dabei bezeichnet sich Adelaide als Festivalstadt; das haben wir auch live mitbekommen. Am ersten Samstag im November ist Christmas Pageant. Dann zieht Father Christmas in einem Festumzug in die Stadt ein.

Er wird begleitet von vielen Motivwagen (Spielzeug, Märchen, Weihnachten) ... 

Weihnachtskrippe, begleitet von Leier spielender Engelschar

... fast ebenso vielen Musikkapellen (Blechbläser, Dudelsack) und Tanzgruppen ...

... und vielen Clowns. 

Auf vielen Motivwagen fahren Kinder mit ...

... die auch fleißig winken.

Am Straßenrand hat sich eine große Menschenmenge - zum Teil weihnachtlich dekoriert - versammelt und begrüßt jede der fast hundert Teilnehmergruppen freundlich. Anschließend lassen sich die Familien irgendwo unter Bäumen zum Picknick nieder oder gehen in der weihnachtlich herausgeputzten Einkaufsmeile shoppen. Derweil tritt die städtische Reinigungsmannschaft an und in weniger als einer Stunde sind die Straßen des Festzuges wieder blitzblank - australisch eben.

Das Thema Come together begegnete uns noch des öfteren in den zwei Tagen in Adelaide: 

-  Im Botanischen Garten fanden allein am Samstagnachmittag in verschiedenen locations mindestens drei Trauungen statt.

-  Am Sonntagmorgen strömten viele Leute mit Mohnblüte im Knopfloch zum War Memorial, um den 100. Armistice Day (Ende des 1. Weltkrieges) zu begehen. Es gab eine Gedenkandacht, Kranzniederlegungen, Schweigeminute, Überflug einer Doppeldeckerstaffel und Fanfaren - alles in ca. 35 Minuten. Anschließend ging jeder seiner Wege (Sunday Lunch, Shopping ...) 

-  Ein Come together ganz anderer Art zeichnete sich in der Kneipenszene am Samstagabend ab. Zwischen dem üblichen Restaurant- und Kneipenpublikum (Paare und Gruppen, etwas unbeholfene Touristen, aufgebrezelte Jugendliche) tauchten immer wieder Typen in Latexbekleidung, Verkleidete oder mehr oder weniger dezent mit Regenbogendekor gekennzeichnete Typen auf. Denn an diesem Wochenende beginnt "The Feast", ein zweiwöchiges Festival der Homosexuellenszene.

Natürlich wiederholt sich vieles in den Großstädten (Skyline, Arkaden, Memorials, Museen, Botanische Gärten) mit Abwandlungen, aber in Adelaide ist alles etwas weniger hoch, weniger eng, weniger hektisch.

TL; DR
Adelaide ist eine etwas kleinere Großstadt; trotzdem haben wir hier noch was Neues gesehen.

Kleine Pause

Jetzt habe ich euch zwei Monate an unserer Reise teilhaben lassen. Ihr habt erfahren, wo wir gewesen sind, was wir gesehen haben, was wir uns dabei gedacht haben. Im Wohnmobil und im Auto haben wir über 7500 km zurückgelegt.

Wir haben die Küste von Cairns bis Adelaide bereist und ein paar Umwege ins Hinterland gemacht. Wir haben ganz oft angehalten, Sehenswürdigkeiten gefunden, steile Wege und Treppen zu Lookouts erklommen, Tiere und Menschen beobachtet, unzählige Fotos geschossen – und alle paar Tage einiges davon in diesen Blog hochgeladen.

Kenner werden einiges vermissen; wir waren nicht im Kakadu National Park, auf Fraser Island, im 'richtigen' Outback, geschweige denn am Uluru … - dafür war die Zeit einfach zu kurz.

50 Schritte vor unserem letzten Campingplatz

Wir machen jetzt ein paar Tage Pause am Meer südlich von Adelaide, bevor die letzten Höhepunkte auf uns warten: Adelaide, Kangaroo Island, Singapore, Heimreise. Ich weiß nicht, ob ich währenddessen dazu kommen werde, meine Fotos auch noch zu sichten und Text dazu zu verfassen. Vielleicht mache ich das auch erst in Asemissen. Wenn wir in Adelaide ankommen, läuft meine australische SIM-Karte aus, SMS empfangen und Telefonieren geht dann nicht mehr. Wir werden dann vom funktionierenden Wifi abhängig sein. (klingt schon ein bisschen wie Abschied)

Hier ist noch ein kleiner Gruß von unserem Ausflug in die Weinberge von McLaren Vale.

Diese vierstöckige cellar door (Verkostungsraum) mit Restaurant und 'Alternate Realities Museum' steht am Ende einer Straße auf einem Weinberg der Winzerei d'Arenberg.

TL; DR
Nach unserer langen Reise machen wir vor dem Endspurt eine kleine Pause.

What's in a name? - Namen sind doch nicht Schall und Rauch

Wenn man einen ganzen neuen Kontinent entdeckt, in Besitz nimmt, erforscht, erschließt und besiedelt, braucht man jede Menge Namen. Alle Berge, Landschaften, Flüsse und Siedlungen sollen ja eindeutig bezeichnet werden. Aber woher all die Namen nehmen?

Man kann sich einfach mal bei der örtlichen Bevölkerung umhören, wie der Berg/Fluss/See denn bisher genannt wird. Wie wir alle wissen, waren die europäischen Eroberer und Erforscher nicht die ersten Menschen, die hier siedelten. Die Aborigines leben in vielen kleinen Stammesgruppen in vielen unterschiedlichen Sprachregionen. Sie haben für alle Orte sehr wohlklingende Namen. Viele findet ihr auf den Landkarten wieder. Für europäische Ohren und Sprechwerkzeuge sind sie manchmal etwas kompliziert, lang und zuweilen leicht verwechselbar - und für einen gestandenen britischen Kolonialisten geht sowas erstmal gar nicht. Was tun?

Es bietet sich natürlich an, aus dem Hause der Royals (v.a. Victoria) zu schöpfen, um so gleichzeitig seine Verbindung zum Mutterland der Kolonien zu unterstreichen. Auch Seefahrer (v.a. Cook) und Persönlichkeiten, die für die Erschließung des neuen Gebietes von Bedeutung waren, könnten so geehrt werden.

Neusiedler benutzen gerne Ortsbezeichnungen aus ihrer alten Heimat. Es mutet schon etwas merkwürdig an, dass ein Hinweisschild den Weg nach Liverpool und nach Canterbury in die gleiche Richtung zeigt. Vereinzelt findet man auch Namen aus anderen (nicht-britischen) Regionen Europas.

Wenn irgendwann der Fundus aller Persönlichkeiten und Heimatorte ausgeschöpft ist, geht man pragmatisch dazu über, die Landschaft zu beschreiben. Hier ein paar Beispiele:

Mount Abrupt

Mount Abrupt ist einer der ersten Berge, die einen begrüßen, wenn man sich von Süden her den Grampians (nicht in Schottland, sondern in Victoria) nähert. Die abrupte Abbruchkante zieht sich durch das ganze Gebirge (Schichtstufen). Auf der steilen östlichen Seite sieht man faszinierende Sandsteinformationen und Aussichtspunkte eröffnen fantastische Ausblicke in die Täler; die flacher abfallende Seite ist mit Bergwald bewachsen. Das ganze ist als Nationalpark bis auf zwei Straßen und einem kleinen touristischen Zentrum für Bergwanderer (Halls Gap) fast ungestört von menschlichen Eingriffen. Die gesamten Grampian Mountains, die das Ende der Great Dividing Range bilden, hätten auch den Namen „Abrupt Mountain Range“ verdient; denn sie erheben sich von Süden und Westen aus gesehen ganz unvermittelt aus einer völlig ebenen Landschaft, die nach Westen hin immer trockener wird.

Murray Bridge ist die fünftgrößte Stadt in South Australia (was nicht viel heißen will) und hat weit und breit die einzige Brücke über diesen Fluss - deshalb der Name. Da wir etwas mehr vom Murray sehen wollten, sind wir ein Stück weit flussaufwärts gefahren. Da mussten wir feststellen, dass wir in keinem Ort über den Fluss gekommen wären, gäbe es nicht jweils einen 24-stündigen kostenlosen Fährservice.

Auto- und Personenfähre in Mannum – Hier gibt es KEINE Brücke über den Murray.

Fähren sind bei dem örtlichen Verkehrsaufkommen offensichtlich günstiger, als ein Brückenbauwerk.

Eden Valley

Eden Valley ist ein idyllisches Tal mit grünen Weiden, Wasserstellen und einigen Weinfeldern. Als ein Landerkunder aus den öden weiten Steppenebenen in dieses Tal blickte, könnte er tatsächlich meinen, das Paradies zu erblicken. Der Boden es fruchtbar und genügend Wasser gab es auch. Eden Valley ist ein Nachbartal zum Barossa Valley, das zumindest Weintrinkern auch in Europa bestens bekannt ist. Wein wird fast als Monokultur angebaut. Aber der Weinbau wird auch in anderen benachbarten Regionen South Australias in ausgedehntem Maße betrieben.

Barossa, Eden Valley und auch die Region Adelaide Hills wurde überwiegend von deutschen, lutheranischen Siedlern erschlossen. Auch ihre Sehnsucht nach der Heimat spiegelt sich in den Namen wider.

 

Kaiser-Stuhl ist ein Landschaftschutzgebiet am Rande des Barossatals.

In Hahndorf (wir haben allerdings keinen Hahn gefunden) in den Adelaide Hills steppt von zehn Uhr morgens bis nachmittags um vier der Bär. Dann fallen Touristen scharenweise ein, um das „deutsche“ Städtchen mit deutschem Brauchtum zu erleben. (googelt einfach „Hahndorf Australia“)

typisches Beispiel eines alten Originalfachwerkhauses aus dem vorletzten Jahrhundert in Hahndorf

Und dann fanden wir eines der ganz wenigen Häuser, die zur Zeit nicht vermarktet werden:

Haus Detmold in Hahndorf

TL; DR
Namen sagen viel über einen Ort und/oder seine Bewohner aus.

„Haryede“, shopping and X-mas

- Kommst du in einen Laden, eine Touristeninformation, eine Rezeption, hörst du als erstes „How are you today?“ Das heißt dann soviel wie „Good day, how can I help you?“ Statt eines „I'm fine, thank you“ (wie es im Englischbuch steht), bringt man in höflichen Formulierungen sein Anliegen vor und kann seine Angelegenheiten regeln. Wenn dann das Einpacken etwas länger dauert oder der Drucker etwas langsamer druckt, wird das Schweigen auf jeden Fall irgendwie überbrückt, z. B. mit dem altbewährten Thema „Wetter“ oder dem bei Touristen auch unverfänglichen Thema des Woher und Wohin. Das ist für einen in sich gekehrten Westfalen schon etwas anpassungsbedürftig.

- Begegnest du einem Menschen auf dem Wanderweg, auf dem Parkplatz, im Fahrstuhl … - kurz: näherst du dich einem Australier - hörst du auch immer „Haryede?“ (= How are you today?). Das heißt dann „Good Morning/afternoon/day.“ und dient nur dazu, nicht schweigend aneinander vorbeigehen zu müssen. Wenn man nichts hört, begegnet man keinem Aussie, sondern einem Touristen.

- Bedankst oder entschuldigst du dich höflich, hörst du „No worries.“ Das bedeutet je nach Situation soviel wie „You're welcome.“ oder „It's OK.“ In Lippe würde man sagen „Da nich für.“

Selbstversorger (BYO)

- Hast du Bedarf an Lebensmitteln, gehst du in einen Supermarkt. Das Äquivalent für Edeka/Marktkauf/Rewe ist hier Woolworths oder Coles. Außerdem kannst du auch zum 7/11 (seveneleven) gehen, der eher einem Späti entspricht und in den Großstädten z.B. auch die Chip-Fahrkarten verkauft und auflädt. Wenn du ein Einkaufserlebnis der besonderen Art suchst, fährst du da hin:

Als wir den ersten australischen Aldi betraten, fühlten wir uns zurück nach Deutschland expediert. Es riecht (!) genau so wie in Leopoldshöhe oder Lemgo, ist genauso eingerichtet und das Warenangebot incl. der Aktionsangebote ist sehr ähnlich.

Viele Waren sind sogar aus Europa importiert oder nach europäischem Rezept hergestellt. Wenn dir mal nach einer 'richtigen' Wurst ist - hier findest du sie. Für Aldis Einkaufswagen brauchst sogar du eine Münze. Schon in unserem ersten Aldi Anfang Oktober fanden wir dieses:

Und: die Weihnachtssaison nähert sich mit Macht. In fast jeder Stadt haben wir mindestens ein Schaufenster mit ausschließlich Weihnachtsdekoration, -figuren und -karten gefunden. Und am 1. November sahen wir diesen städtischen Mülleimer.

Auch öffentliche Gebäude werden nicht verschont.

Rathaus in Murray Bridge
 
Nahaufnahme der Kugeln auf Plastikgrün

Das wirkt bei 25°C im Schatten, frisch sprießenden Bäumen und blühenden Rosen schon etwas gewöhnungsbedürftig.

TL; DR
Aussies ertragen kein Schweigen und es weihnachtet mit Macht.

Haus am Stiel, Ampelmännchen und scheue Tiere

Habt ihr nun genug Felsen und Brandung geguckt? Entlang der Great Ocean Road gibt es natürlich auch noch allerhand anderes zu sehen, zum Beispiel ein Haus am Stiel:

Dieses Haus kann man als Ferienunterkunft mieten. Als wir vorbeikamen, ging gerade die Putzkolonne über den Steg.

Von der Bedeutung des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg habt ihr ja schon vorher lesen können. (poppies) Jede Stadt hat ihr War Memorial, ihren Memorial Arch oder ihren Remembrance Park oder  Remembrance Avenue (Allee mit Namensschildern an den Bäumen). Die ehemaligen Soldaten bauten natürlich auch an der GOR ein solches Zeichen des Gedenkens, diesen Memorial Arch

Dieses ist schon der dritte Bogen an diesem Standort. Man hätte eben doch Felssteine statt Holz nehmen sollen.

  Auf unserer Küstentour haben wir den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht, Cape Otway mit dem Cape Otway Lighthouse.

Der Leuchtturm ist wirklich nicht sonderlich groß, dafür der älteste erhaltene in ganz Australien.

Der südlichste Punkt des australischen Festlandes ist zwar Wilson Promontory - etwas weiter östlich gelegen, aber für uns ein zu großer Umweg. Man kann ja nicht alles sehen.

Bei so langen Straßen mit so viel Verkehr gibt es auch immer wieder mal was zu reparieren. Dann gibt es eine Baustelle, an der die Fahrzeuge abwechselnd einspurig vorbeigeleitet werden. Wir kennen dafür alle die Baustellenampeln. Die gibt es in Australien auch. Häufiger aber findet man solche Ampelmännchen.

Auf der Rückseite seines Schildes steht "Stop".

Inzwischen haben wir schon viele australische Tiere in freier Wildbahn erblickt. Leider ist es nicht immer leicht, sie vor die Kamera und auf den Speicherchip zu bekommen.

Dieses Känguru saß friedlich guckend am Straßenrand, bis ich die Fensterscheibe runterkurbelte (elektrisch natürlich). Ab da hüpfte es über drei Kilometer lang immer vor uns her über die Straße, bevor es die Eingebung hatte, nach rechts ins Gebüsch abzubiegen.  

Jemand hatte uns erzählt, dass in den Eukalyptusbäumen im Cape Otway National Park viele Koalas wohnen. Wir hatten aber schon ziemlich steife Nacken vom in die Luft gucken, bis wir diese friedlich knabbernd entdeckten.

Suchbild mit Koala

Der Nationalpark ist ziemlich weitläufig, so haben wir uns mit diesem dürftigen Beweis zufrieden gegeben und uns gegenseitig Nacken und Schultern massiert.

Und hier noch ein Bild ganz speziell für Ulrike:

gewebter Wollteppich

Diesen Wandteppich haben wir im maritimen Freilichtmuseumsdorf (ganz nett, aber muss jeden Vergleich mit Sovereign Hill scheuen) in Warrnambool gefunden.

Emu: "Da guckst du!"

TL; DR
Entlang der Great Ocean Road gibt es viel mehr zu entdecken als Ozean.

The Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist eine etwa 300 km lange (die Angaben variieren) zweispurige Straße, die entlang der Südküste Victorias fast von Melbourne bis zur Westgrenze nach South Australia verläuft. Sie wurde vor knapp 100 Jahren als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrte Soldaten gebaut.

Zwei Autos auf der Great Ocean Road

Große Teile der Strecke gehen direkt an der Küste entlang (siehe Foto oben), nur an einigen Stellen führt die Straße etwas weiter hinter dem Küstenstreifen entlang. Die Küstenstrecken sind natürlich die spektakulären, deretwegen sehr viele Touristen mit dem Auto, Motorrad, Campingmobil oder auch in Bussen diese Strecke befahren - so auch wir. Immer wieder veranlassen braune Schilder mit Hinweisen auf Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten, anzuhalten und die Fotoapparate zu zücken. Ich habe umgerechnet ca. zehn Filme vollgeknipst. Dabei herausgekommen sind die folgenden Fotos, die man auch in den Reiseführern und auf den Kalendern findet - dort allerdings viel professioneller. Ich fand das Ganze jedoch so beeindruckend, dass ich sie trotzdem hier einstelle. Als Hintergrundgeräusch stellt euch bitte permanente Brandung vor. 

Bei Gibsons Steps musste man diese Treppe vom Parkplatz zum Strand hinuntersteigen ...

... und wurde dafür mit diesem Blick belohnt:

Man beachte die "Größe" der Menschen an der Felsenecke.

Kaum zwei Kilometer weiter ging es auf einen Riesenparkplatz, der auch gut gefüllt war. Denn hier ist die Hauptattraktion der Great Ocean Road, die "zwölf Apostel".

Ob da jemals 12 Felsen in der Brandung standen, ist nicht belegt. Vor wenigen Jahren ist jedenfalls mal wieder einer umgefallen.

Ein Foto kann den Gesamteindruck nicht wiedergeben; ihr müsst da schon eure Fantasie etwas mitbemühen. Auf der anderen Seite geht die grandiose Felsenküste mit Vorsprüngen und Buchten ja auch weiter. Und dazu das ständige Meeresrauschen ...

Aber auch die Besucher waren eine Schau für sich. Es gab da die Naturfotografierer (in der Minderzahl), die Freunde-/Familienfotografierer und die Fotomodelle. Ich glaubt ja gar nicht, welche Posen man vor solchen schnöden Felsen machen kann! Manchmal bildeten sich an Hotspots regelrecht Schlangen für das beste Fotomotiv. Zudem kam alle paar Minuten ein roter Helikopter vorbei, von dem aus spendable Touristen die Felsenküste vom Meer aus fotografierten. 

Die Twelve Apostles werden zwar immer als die Hauptattraktion herausgestellt, aber erst die Küste als Ganzes bewirkt diesen überwältigenden Eindruck. Kaum hat man an einem Standort in dem Anblick und der Geräuschkulisse geschwelgt und diesen Eindruck etwas sacken lassen, kommt schon der nächste Stop. Und jedes Mal, wenn man glaubt schon alles gesehen zu haben, gibt es wieder etwas Neuartiges. Hier nur eine kleine Auswahl:

London Bridge - Der zweite Bogen stürzte vor einigen Jahren unerwartet ein, nachdem Besucher gerade hinübergegangen waren. Sie mussten mit einem Helikopter von dem Felsen geholt werden.

 

The Grotto
Bay of Martyrs - Hier stehen noch mehr, noch größere Felsen in der Brandung als bei den Zwölf Aposteln, nur nicht so aufgereiht - und mit nicht so überlaufenen Aussichtsplattformen.
Bay of Islands - Wann diese Felsnadel hl umkippt?

Die ganze Bay of Islands kriegt man einfach nicht auf ein Foto. Da muss man eben zu verschiedenen Aussichtspunkten hingehen, sich umdrehen und das ganze Panorama wirken lassen. Diese Bay ist mein persönlicher Favorit.

Auf der anderen Seite der Straße gab es derweil auch noch einiges Interessantes zu entdecken. Davon werde ich in einem anderen Beitrag berichten. Lasst die Eindrücke der Felsenküste erst einmal sacken.

TL;DR
Die GOR ist ganz schön lang und hat bizarre Felsen.

Melbourne - noch 'ne Millionenstadt

Melbourne und Sydney vergleichen sich immer und werden immer verglichen. Lange hatte Melbourne die Nase vorn, war zum Beispiel Anlaufpunkt der royalen Yachten zu Staatsbesuchen, als man noch nicht mit dem Flugzeug kam. Melbourne richtete als erste die Olympischen Spiele aus, als Sydney noch als tief provinziell galt.

Heute – finden wir – hat Sydney die Nase vorn. Dazu trägt nicht nur das spektakuläre Opernhaus bei. Insgesamt hat uns Sydney mehr angesprochen; und das liegt nicht nur daran, dass wir dort zuerst waren.

Die Lage Sydneys an der ausgedehnt verzweigten Hafenbucht ist sehr reizvoll und birgt viele sehr unterschiedliche Ortsteile. Sydneys Hafenanlagen für Handel und Industrie sind in die Nachbarbuchten und -städte ausgelagert, während sich in Melbourne solche Anlagen in Sichtweite z.B. des traditionellen Seebadeortsteils St. Kilda (wo früher die Royals anlegten) liegen.

Melbourne wird gepriesen für seine lebendige Kultur- und Nachtszene. Dafür sind wir aber nur bedingt die Zielgruppe. Beide Städte haben sehr einladende Ausgehmeilen am Wasser, die auch von vielen Touristen und Einheimischen (z.B. nach Büroschluss) besucht werden. Ebenso haben beide Städte einen Lunapark. Die Shoppingangebote sind in beiden Städten sehr ausgeprägt und vielfältig – haben uns aber trotzdem nicht zum Geldausgeben verleitet.

Die Aussichtsplattform im Eureka Tower in Melbourne ist zwar höher als in Sydney, aber trotzdem entdeckt man nicht mehr. Die Ausschilderung und Information ist dürftiger; und Fotografieren ist deutlich schwieriger, weil die Fenster sehr stark spiegeln. Das kann auch nicht aufgewogen werden durch „The Edge“, eine ausfahrbare Kabine mit einem Glasboden. Da steht man dann mit neun anderen Menschen für ein paar Minuten mehr als 200 Meter über dem Nichts. So what?

Melbourne führt seit Jahren die Liste der most livable cities (EIU-Ranking) an. Aber das kann man erst beurteilen, wenn man sich länger als bei Touristen üblich dort aufhält.

GENUG GENÖRGELT! Es ist uns auch in Melbourne nicht langweilig geworden. Wir haben Vieles entdeckt, was das Knipsen lohnte.

Melbourne hat auf engstem Raum sowohl viktorianische Prachtbauten wie auch moderne Hochhausarchitektur.

Flinders Street Station im Vordergrund und Eureka Tower (höchstes Gebäude) werden nur durch den Yarra River getrennt.

Beim Blick vom Eureka Tower viel uns diese Glitzerreihe auf, die wir zuerst für beleuchtete Bäume gehalten haben ...

voreilige Weihnachtsbeleuchtung?

… die sich dann aber als eine Reihe von Skulpturen auf einer der Fußgängerbrücken herausstellte. Die polierten Edestahlflächen reflektierten die Abendsonne.

Diese und weitere Figuren stehen auf der Sandbridge Rail Bridge.

Dass Melbourne durch den Goldrausch lange eine der reichsten Städte der Welt war, erkennt man an der Vielzahl der repräsentativen Gebäude aus der Zeit von ca. 1850 bis 1920.

Royal Exhibition Building – Dieses ist ca. 1/10 der ursprünglichen Gesamtausstellungsfläche.

Hier wurde innerhalb von 10 Jahren zweimal eine Weltausstellung abgehalten (1880 und 1889); in diesem Gebäude tagte 1901 die Versammlung zur Vereinigung der australischen Kolonien; und bis heute wird dieser riesige Raum vielfältig genutzt, von Uniklausuren, über flower shows und functions bis zu Konzerten aller Art.

Wie jede Stadt mit einem nicht wettersicheren Klima, die etwas auf sich hält, hat Melbourne natürlich eine Markthalle.

über dem Haupteingang zu den Queen Victoria Markets

Hier werden neben Fleisch und Fisch natürlich auch Obst und Gemüse, Kleidung und andere Textilwaren, Haushaltskleinteile und Spielzeug, Schmuck und Nippes an die Besucher gebracht.

Die Delikatessenhalle ist besonders gut ausgestaltet.

Das Straßenbahnnetz ist in Melbourne besonders gut ausgebaut und weitverzweigt. Eine U-Bahn ist gerade im Bau. Innerhalb der City sind alle Straßenbahnen kostenlos. Außerhalb gilt ein sehr günstiger Tageshöchstsatz (halb so teuer wie in Sydney). Auf den Strecken sind Fahrzeuge aller Bauarten und jeden Alters eingesetzt. Man könnte ein eigenes Album mit den unterschiedlichsten Straßenbahnen füllen.

Die Trams der City Circle Linie 35 ist v.a. bei Touristen beliebt, weil zu jeder Haltestelle Informationen zu den nächsten Sehenswürdigkeiten gegeben werden.

Melbournes Bewohner sind sehr sportlich. Wir haben mehr Fahrradfahrer als in anderen Städten beobachtet. Und in der Mittagspause oder nach Feierabend wird erst mal eine Runde am Fluss entlang oder durch die Gardens gejoggt.

Auf dem Fluss trainieren Ruderer aller Bootsklassen, die ihre Clubhäuser gleich um die nächste Flussbiegung haben. Vor dem Strand in St. Kilda konnten wir die Fertigkeiten von Kitesurfern beobachten.

Ganz in der Nähe hatten wir eine (Fast-)Begegnung mit Wildtieren. Zwischen den Feldbrocken des Wellenbrecherdammes lebt eine Kolonie Zwergpinguine. Die sind tagsüber natürlich zum Fischen unterwegs und kommen erst in der Dämmerung zurück. Aber ihre Küken warten ganz tief zwischen den Steinen versteckt.

Wirklich gut versteckt!

TL; DR
Melbourne ist auch eine ganz schöne Großstadt – fast wie Sydney.

Wasser und Gold

Auf dem Weg hinter den Bergen ins Binnenland sind wir immer wieder den beiden Hauptmotiven der Siedler für die Abkehr von der Küste begegnet: Landwirtschaft und Bergbau.

Wasser

Lake Hume ist ein Stausee mit einer riesigen Fläche, der – anders als diejenigen in den Bergen – vorwiegend der Regulierung des Wasserabflusses dient, damit die Farmer entlang des Murray immer genügend bewässern können. Und das ist auch nötig so. Bis nach Europa hat sich schon herumgesprochen, dass zur zeit in New South Wales eine mehrjährige Dürre herrscht - auch Harry und Meghan haben sich vor Ort darüber informiert.

Blick auf den Hume Stausee (Oberende)

Lake Hume ist zur Zeit nur zu 46 % gefüllt. (Zeitungsmeldung vor 2 Monaten) Die trockengefallene Fläche wurde schnell wieder grün und wird als Viehweide genutzt. Wir haben auch die Grundmauern und Straßenzüge eines umgesiedelten Ortes in dem Grasboden gesehen.

Ob man sich tatsächlich an den gruseligen Anblick gewöhnen kann?

Dieses Foto zeigt den Lake Mulwala etwas unterhalb des Lake Hume. Man hat die Landschaft geflutet, ohne vorher den Wald im Talboden zu fällen. Ähnliches haben wir auch an anderen Stauseen beobachtet. Es ist wohl gängige Praxis.

Dass die Region wirklich vom Flusswasser lebt, kann man im Vergleich erkennen:

Frühstücksblick von unserer Terrasse Die Hausboote kann man direkt da mieten und damit den Murray rauf und runter schippern.

Während sich am Fluss eine üppige Vegetation breit macht, wachsen in einem Kilometer abseits nur noch trockenresistente Pflanzen. Man kann sehr leicht erkennen, wenn der Grundwasserspiegel näher an der Oberfläche ist - z.b. in (leichten!) Senken. Das grüne Feld auf dem Foto war eindeutig bewässert. Die Beregnungsanlage passte wegen der Ausdehnung des Feldes nur nicht mehr aufs Foto.

Blick aus dem Autofenster

Sobald wir den Murray in Richtung Süden verlassen hatten, wurde die Landschaft flach wie ein Brett (oder wie Obelix sagen würde „flach wie die Schweiz“). Nicht mal am Horizont konnte man eine Erhebung entdecken; Ostfriesland ist gar nichts dagegen. Büsche und Bäume gab es in Straßennähe manchmal. Dementsprechend gerade waren die Straßen und Wege, die Nebenwege waren häufiger unsealed, also Schotterpisten. Die sollten wir laut Mietvertrag aber meiden – war in dieser Gegend noch möglich. Das Fahren war aber sehr ermüdend, schlimmer noch als auf Autobahnen, weil man hier sehr lange ganz alleine durch eine eintönige Landschaft fährt. Ich weiß gar nicht, ob ich tagelang durch „richtiges“ staubiges Outback ruckeln möchte.

Dieses Foto aus Echuca passt zwar nicht ins Thema, ich kann es euch aber nicht vorenthalten:

Wenn ihr mal gerade kein Schloss mit Gravur zur Hand habt ...

Gold

Bis 1850 breiteten sich in Victoria nur einzelne Schaffarmer aus. (Die sind auch heute noch reichlich da.) Dann wurde Gold gefunden. Alles, was ihr über Kaliforniens Goldrausch kennt, könnt ihr auf Australien übertragen. So sprossen viele Städtchen aus dem Nichts.

Hier in Maldon steht die Hauptstraße noch so wie damals und viel frische Farbe wurde auch nicht verschwendet.

Die größte Stadt in der Goldregion ist Bendigo. Dort haben wir auch ein Goldbergwerk besichtigt. Hier wurde bis vor wenigen Jahren noch Quarzgestein mit Goldeinschlüssen abgebaut. Und auch heute soll es noch Goldsucher geben.

Unter den Goldsuchern waren auch viele Chinesen, die allerdings in der britisch dominierten Gesellschaft einen schweren Stand hatten. Deshalb haben sich communities mit starkem Zusammenhalt gebildet. In Bendigo ist eine besonders rührige Gemeinschaft tätig. Jedes Jahr wird eine pompöse Easter Parade abgehalten, bei der der weltweit längste aller Drachen (über 100 Meter! durch die Stadt getragen wird. Heute nehmen auch schon viele Nicht-Chinesen aktiv daran teil. Für die Aufbewahrung des Drachen, der über 50 Träger braucht, wurde ein eigenes Museum errichtet, in dem aber auch viele andere Kostbarkeiten chinesischer Handwerkskunst ausgestellt sind.

Sun Loong, der Festdrache von Bendigo

Ballarat, eine Stadt weiter, hat ein komplettes Freilichtmuseum zur Goldgräberzeit (Sovereign Hill) mit Goldgräberlager, Mine, Fluss zum Goldwaschen, Straßenzug mit Läden und Handwerkern, Pferdekutschen … .

Sovereign Hill Ladies

Die Ladies mischen sich unters Volk und lassen sich auch gerne damit fotografieren. Alle Mitarbeiter sind im Stil der Zeit (viktorianisch) kostümiert und geben auch kleine Vorführungen.

Noch ein Foto, was nicht zum Thema passt:

Zum Frühling gehören nun mal Tulpen, auch wenn sie unter Palmen stehen.

TL; DR

Gold-Wasser am Lake Burrumbeet

 

Über alle Berge

Wir haben die Küste jetzt wirklich für eine Weile verlassen und sind über die Great Dividing Range nach Westen vorgestoßen. Heute berichte ich euch etwas über die Reise durch die Berge.

Unser erstes Ziel war Canberra, die grüne Hauptstadt Australiens. Es liegt in einer relativ ebenen bis leicht hügeligen Landschaft hinter dem ersten Gebirgskamm. Canberra wurde als Hauptstadt neu gegründet und ist gekennzeichnet durch einen ungewöhnlichen Stadtplan. Als Basis ist ein Dreieck in die natürliche Landschaft um eine Flussbiegung eingefügt. Allerdings wurde die Landschaft dann doch verändert: Der Fluss wurde zu einem See aufgestaut, der jetzt die Mitte der Stadt bildet.

Canberra darf sich mit Fug und Recht „grüne Hauptstadt“ nennen.

Das Parlament liegt auf einem Hügel an einer der drei Ecken. Allerdings thront es nicht, sondern ist sozusagen in den Hügel hineingebaut. Das wirkt schon interessant; allerdings ist die Innengestaltung doch eher gewöhnlich. Wir fanden es (z. B. im Vergleich zum Bundestag) sehr einfach, hineinzukommen. Es gibt nur eine leichte Taschenkontrolle, keinerlei Personalien oder so, und schon kann man fast überall rumspazieren.

Wer Bonn ein großes Dorf nennt, kennt Canberra nicht. Außer den bundesstaatlichen Einrichtungen haben wir nicht viel Besichtigenswertes entdeckt. Die City hat eine Fußgängerzone, die wir sehr austauschbar und wenig besucht fanden. Dabei waren wir mitten im Nachmittag bei bestem Wetter da.

Eine interessante Entdeckung machten wir auf einem weiteren Hügel, am (kolossalen) War Memorial.

Dieses ist eine Nahaufnahme des riesigen Feldes von Mohnblüten, die - ganz in britischer Tradition – an die gefallenen Soldaten erinnern sollen. Die Blumen wurden von Menschen aus dem ganzen Land gehäkelt oder gestrickt. Zusammen mit einer getragenen, nicht aufdringlichen Musikuntermalung war die Wirkung schon beeindruckend.

Nachdem wir Canberra verlassen hatten, kamen wir sehr schnell wieder in eine richtig gebirgige Gegend (bis über 1500 m), die Snowy Mountains. Die Straßen waren sehr steil und kurvig. In dem großen Nationalparkareal gibt es keine Campingplätze (außer für Zelte) und keine Siedlungen. Die befinden sich am Rande entlang.

abgestorbene alte Bäume Junge Pflanzen wachsen schon nach, aber die alten Stämme bleiben stehen – gespenstisch.

Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es hier tatsächlich Schnee; es ist eine ausgesprochene Wintersportregion. Auch im Oktober lag an einigen Straßenrändern noch Restschnee vom Schneepflug und die Straßen waren gerade erst wieder geöffnet. Und wir haben den schneebedeckten Mount Kosciuszko, den höchsten Berg Australiens, tatsächlich in der Ferne schon gesehen, allerdings verpennt, ihn zu knipsen. Am nächsten Tag war es so regnerisch und die Wolken hingen so dicht und tief zwischen den Bergen, dass wir auf einen Besuch am Berg mangels Sicht verzichtet haben.

Stattdessen haben wir ein Kraftwerk des Snowy Mountain Scheme besichtigt. Es ist ein Teil eines riesigen Systems von Staumauern und -seen – auch als Pumpspeicherseen –, Kraftwerken, z.T. unterirdisch, Wassertunneln, Aquädukten, Wasserfallrohren usw.

Fallrohre eines der Kraftwerke

Das System dient der Stromproduktion und dem Wassermanagement des Murray und Murrumbidgee River westlich der Snowy Mountains und der Trinkwasserversorgung Canberras. Es wird auch als australisches Weltwunder der neuzeitlichen Ingenieurskunst gleich nach dem Sydney Opera House bezeichnet. (Zitat der Führerin)

TL; DR
Canberra ist seeehr weitläufig und in den Snowy Mountains lag bis vor kurzem noch Schnee.

My personal Best of Sydney

Was man verspricht, muss man auch halten. Hier also mehr über unsere Zeit in Sydney:

Wir wohnten ziemlich zentral in East Surry kurz hinter dem Hyde Park. So konnten wir uns vor den Schauern des ersten Tages ins Australian Museum und St. Mary's Cathedral retten. Zum Circular Quay mit Blick auf Harbour Bridge und Opera House mussten wir natürlich auch. Als Zugabe haben wir noch die Majestic Princess auslaufen sehen.

Opernhaus von allen Seiten und zu allen Zeiten
Die Architektur des Opernhauses ist ja so faszinierend, dass allein dieses Gebäude für uns schon den Besuch in Sydney gelohnt hat. Dementsprechend lange sind wir insgesamt drum herum spaziert und haben abends auch noch eine Lichtshow auf dem Dach des kleinen Segels mitbekommen. 

Die Show hieß Badu Gili (Water Light) und wurde aus Bildern von Aborigine-Künstlern erarbeitet und mit passender Musik begleitet. Das Opernhaus wurde auf einer Stelle errichtet, die einst Aborigines als heiliger Treffpunkt diente.

Außerdem haben wir noch eine Führung durch das Gebäude buchen können. Wir haben in mehreren der Veranstaltungssäle gestanden, bei einer Probe die Akustik der großen Konzerthalle wahrnehmen dürfen und natürlich viel über Planung und Bau erfahren. Durch seine exponierte Lage taucht das Opernhaus auch auf vielen Fotos irgendwo im Hintergrund auf. (Die würden aber den Rahmen dieses Blogs sprengen.)

Die City von oben - Sydney Tower Eye
Oben im observation deck des Fernsehturms haben wir weit über eine Stunde zugebracht und immer noch neue Details in der Ferne und auf den Dächern in der Nähe entdeckt, z.B. Fußball- und Tennisfelder, Swimmingpools … . Zwischendurch haben wir beobachtet, wie ein mächtiges Regenschauer über den Süden und Westen der Stadt hinwegwanderte.

Royal Botanical Gardens – rundum und mittendurch spazieren
Da zwischendurch auch mal länger die Sonne schien, haben wir den Spaziergang am botanischen Garten - zuerst immer entlang des Wassers (er ragt auf einer weiteren Halbinsel in den Hafen), dann aber auch mitten hindurch - genossen.

Harbour Bridge von unten
Man kann ja ganz oben über den „Kleiderbügel“, also oben über den Brückenbogen gehen. Da sind wir aber nicht mehr die Zielgruppe. Außerdem war das Schauerrisiko zu groß. Deshalb haben wir uns auf ein Blick von unten und von der Seite auf das Bauwerk beschränkt. Der Stadtteil The Rocks ist buchstäblich bis unter die Harbour Bridge gewachsen.

Das südliche Ende der Brücke liegt am ältesten Teil der Siedlung. Wir haben ...

The Rocks im Zickzack
durchstreift. Dieser Teil ist – wie der Name schon vermuten lässt - auf und um Felsen gebaut, Dementsprechend steil und schmal sind viele Gassen. Er hat noch viele für australische Verhältnisse sehr alte Bauten, die heute von vielen kleinen Künstlerläden, Restaurants etc. genutzt, also auch touristisch vermarktet werden.

Die Häfen und Buchten - mittendurch und weit hinaus
Jeder empfiehlt, Sydney vom Wasser aus zu erkunden – zu Recht! Mit einer normalen ÖPNV-Karte kann man die Fähren von Watson's Bay, der letzten Bucht vor dem Pazifik, bis nach Paramatta am Westende „erfahren“. Aber auch kürzere Fährtrips bringen immer wieder überraschende Perspektiven.

Chinesischer Garten im Regen
Der Chinese Garden of Friendship ist einer meiner Lieblingsorte in Sydney geworden. Er ist eine Oase der entspannten und entspannenden Ruhe im Großstadttrubel. Auf engem Raum wurde eine vielfältige Landschaft mit Wasser, Steinen, Pflanzen und Bauten geschaffen. Das war so schön, dass nicht einmal das feuchte Wetter störte.

Dieses Foto zeigt einen Blick durch das Moon Gate auf einen Teil des Gartens. Die Bilder von den Regentropfen auf dem großen Seerosensee wirken leider nicht in der Verkleinerung.

Queen Victoria Building von innen

Das QVB wurde wohl als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in den 1890ern errichtet. Es ist eine altehrwürdige Einkaufsgalerie, wie ich sie euch schon aus Brisbane vorgestellt habe, nur höher (drei Etagen), länger, älter und luxuriöser.

Bondi Beach am Strand entlang
Fotos von Bondi Beach, dem Surferstrand Sydneys, kennt jeder. Als wir da waren, war der Strand nicht so voll belagert, aber genau so sonnig. Die Surfer trugen alle lange Neoprenanzüge, aber sie waren zahlreicher als die Menschen auf dem Sand. Sie warteten geduldig auf ihren Boards sitzend auf die Wellen. Aber wir haben nur selten jemanden wirklich eine Welle stehen reiten gesehen.

Es erscheint uns ein Wunder das es bei einer solchen Surferdichte nicht zu Kollisionen kommt.

 

Irgendwann hat das Warten ein Ende.

 

TL; DR
Für Eilige reichen die fettgedruckten Hinweise und Bilder.

Sydney ist ...

Vorweg wünschen wir allen Unterrichtenden unter unseren Lesern erholsame Herbstferien. Hier in New South Wales sind die Frühlingsferien gerade zu Ende gegangen.

Zusammengefasst haben wir nach dreieinhalb Tagen in Sydney folgende Erkenntnisse gewonnen:

Sydney ist groß. Es ist sehr weitläufig; es misst ca. 70 km nach Westen und ca. 100 km in Nord-Süd-Richtung und hat dementsprechend vieeele (ca. 650) Vororte, deren Namen und Lage man eigentlich kennen müsste, wenn man den Verkehrsschildern folgen können will. Im Zentrum (CBD) und in einigen Nebenzentren stehen natürlich Hochhäuser, aber ansonsten dehnen sich über die Fläche fast nur Einfamilienhaussiedlungen aus, unterbrochen von Parks.

Sydney ist auf Felsen gebaut. Deshalb geht kaum eine Straße des längeren geradeaus; entweder gibt es Kurven oder (öfter) geht es ständig bergauf und bergab. Selbst im Zentrum sind einige Querverbindungen nur mit Treppen zu machen. Und immer wieder treten die Felsen auch zutage, sowohl an der Küste als auch manchmal mitten im Stadtbild.

Sydney ist Hafen. Die Stadt liegt rund um eine sehr verzweigte weit ins Land reichende Flussmündung (Paramatta River) mit vielen malerischen großen und kleinen Buchten voller kleiner und großer Freizeitschiffe. Die Ufer liegen so weit auseinander,  dass sie durch ein gut ausgebautes Fährennetz (Teil des ÖPNV) erschlossen sind. Die erste Brücke ist die berühmte Harbour Bridge. Früher waren in einigen zentrumsnahen Buchten ausgedehnte Handels- und Industriehäfen angesiedelt. Heute sind/werden alle diese Flächen neu gestaltet oder renoviert und zu Wohn- und Freizeiteinrichtungen umgenutzt. Der Handelshafen u.a. mit Containerterminals und auch Industrie liegt eine große Bucht weiter südlich in Botany Bay; weitere große Schwerindustrie- und Kohleexporthäfen sind Newcastle im Norden und Wollongong im Süden.  

Sydney ist laut. Natürlich ist jede Großstadt durch die vielen Menschen und Aktivitäten und den vielen Verkehr laut; auch wird in Sydney wie in vielen anderen Städten kräftig gebaut (Straßen und Gebäude). Hinzu kommt in dieser Stadt aber, dass der Fährenknotenpunkthafen Circular Quay mitten in der Stadt liegt, also ständig Schiffstuten tönen – und auch der Anleger für (jeweils ein) Kreuzfahrtschiff direkt nebenan liegt. Diese Kreuzfahrtschiffe (wir haben zwei davon erlebt) beschallen den ganzen Bereich andauernd mit ihren Ansagen und ihrer Musik sowie gelegentlich mit ihren Sirenen.

Sydney ist das Ziel unzähliger Besucher. Viele kommen aus dem asiatischen Raum (wir konnten leider die Sprachen nicht auseinander halten), aber auch deutsche Töne sind immer wieder dazwischen. Wir glaubten sogar, es den Leuten sogar ansehen zu können. An den touristischen Hotspots muss man permanent aufpassen, dass man nicht jemandem durch die schöne Fotopose (bei asiatischen Mädchen mit V-Zeichen) stolpert.

Sydneys Wetter ist schaurig-schön. In allen Reiseberichten gibt es natürlich immer nur sonnendurchtränkte Fotos. Aber Michael hatte uns ja schon vorgewarnt, und die Klimatabellen bestätigen es. Wir hatten an allen Tagen auch Regenschauer (teils heftig), andererseits dazwischen immer wieder sunny spells, April-/Oktoberwetter eben.

Sydney ist Opernhaus. An den ersten beiden Tagen (siehe unten) haben wir unzählige Fotos vom Sydney Opera House gemacht. Die meisten anderen Objekte, die man als Tourist sieht, haben nicht diesen Einmaligkeitscharakter und Wiedererkennungswert. Selbst die Harbour Bridge, ihres Zeichens eine der größten/höchsten Brücken (… siehe Reiseführer) ist „nur“ groß, mit dem Opernhaus hat sie wenigstens noch eine Funktion als malerischer/kontrastiver Bildhintergrund.

Natürlich weiß ich, dass einige von euch lieber Bilder sehen und wissen wollen, was wir in den dreieinhalb Tagen hier so getrieben haben. Daran schreibe ich noch, also bitte ich euch um etwas Geduld. 

TL; DR
Sydney ist eine sehr große Küstenstadt.  

Von Springbrunnen bis zu Vögeln - Rückschau auf unsere erste Wohnmobiltour von Cairns bis Syndey

Ein "Meeresspringbrunnen" -
erkennt ihr die Menschen auf dem Steg links hinten?

Heute haben wir noch einmal einen kleinen Ausflug zu einem Meeresspringbrunnen gemacht, zum "Kiama Blowhole". Hier wird Brandungswasser durch ein Loch im vulkanischen Küstengestein gedrückt. Das spritzt ganz erheblich, so dass man nass werden kann, wenn man falsch im Wind steht.

 

Kleiner Abschied

Morgen geben wir in Sydney unser erstes Wohnmobil ab. Drei Wochen lang war es unser Zuhause und wir haben über 4000 km in ihm zurückgelegt und nicht zuletzt dank here maps haben wir immer den richtigen Weg gefunden. Die Karten hatten wir schon vor der Abreise auf ein Handy geladen und waren so unabhängig vom Netzempfang hinter dem letzten Berg. In dieser Rückschau habe ich einige Sachen gesammelt, die in die einzelnen Blogthemen nicht reinpassten.

 

Das Wohnmobil

Unser "Reiseschloss" in den letzten drei Wochen

Bei der Übernahme unseres ersten Wohnmobils verkündete uns die Dame von Apollo strahlend, „You've got an upgrade“, um uns anschließend die Vorzüge unseres „Reiseschlosses“ (Zitat Carsten) im Schnellstdurchgang vorzuführen. Von diesen add-ons haben wir kaum was genutzt. Auf jeden Fall hat das Gefährt genau die Dienste geleistet, die wir von ihm erwartet hatten.

Die Bettpolster brauchten wir die ganzen drei Wochen nicht umzubauen. Meistens konnten wir draußen essen, so warm bzw. mild und trocken war das Wetter. Die Küchenausstattung war minimalistisch (Besteck und Geschirr je zwei Teile, zwei Töpfe und Teekessel, Dosenöffner und Grillzange), aber dank Kühlfach und Mikrowelle hielt sich der Kochaufwand in engen Grenzen. Außerdem gibt es ja auch oft Restaurants und take aways in der Nähe der Campingplätze.

Das permanente Begleitgeräusch beim Fahren war das leise Klappern des Toasters und des Bestecks und der Teller. Auch die Fahrgeräusche waren für PKW-Fahrer gewöhnungsbedürftig, denn anders als in einem Sprinter-Lieferwagen ist die Fahrerkabine nicht abgeschirmt vom Rest des Fahrzeugs. Nach etwa einer Woche Training ist das Bewusstsein in der Lage, diese Geräusche wegzufiltern.

 

Die Campingplätze

Die Grundausstattung der Campingplätze ist auch bei unterschiedlichen Preisen sehr ähnlich und auf einem guten Standard. Neben sehr gepflegten Sanitäranlagen gibt es immer eine barbeque area, Küche mit Mikrowelle, Herd(en) und Spülen, außerdem eine laundry mit mehreren Waschmaschinen und Trocknern sowie reichlich Wäscheleinen.

Blick in eine Campingküche – diese hatte drei solcher Einheiten und reichlich Sitzplätze dazu.

Also findet man insgesamt immer alles, was man braucht. Die meisten Plätze hatten außerdem einen Pool (auch bei eigenem Strandzugang). Obwohl während unserer Tour in Queensland und in New South Wales auch Frühlingsferien waren, haben wir immer einen schönen Stellplatz gefunden. Allerdings hatten nicht alle Wifi, wie ihr gemerkt habt.

 

Straßenverkehr

Im Norden läuft auch der Fernverkehr fast nur über zweispurige Highways mit gelegentlichen Überholspuren. Ab Brisbane haben wir auch mehrspurige Autobahnen gehabt, besonders in der Küstenregion (aber nicht durchgehend). In Großstadtnähe sind die Straßen auch recht voll. Im Allgemeinen sind sie sehr gut ausgeschildert. Fernstraßen haben nicht nur Nummern, sondern auch Namen, die auf den Straßenschildern und Landkarten verzeichnet sind. Natürlich sind wir oft vom Motorway abgebogen, sonst hätten wir die schönsten Sachen nicht gesehen und erlebt.

Die Verkehrssteuerung läuft viel über Textschilder; z.B. steht an jeder Verkehrsinsel „KEEP LEFT“, wo wir ein blaues Schild mit weißem Pfeil erwarten würden; und statt eines Schaufelmännchens steht hier ein gelbes Schild mit „ROAD WORKS AHEAD“, meistens begleitet von dem roten „REDUCE SPEED“-Schild. Hier gibt es keine Analphabeten und keine des Englischen Unkundigen unter den Autofahrern.

 

Veränderungen unterwegs

Auf dem Weg nach Süden veränderten sich die Temperaturen von heiß auf angenehm warm, oben in den Blue Mountains war es sogar nachts recht frisch. An den zweieinhalb Regentagen war der Wind zwar kühl, aber zum Frieren hat es nicht gereicht.

Es gibt immer noch Regenwald am Gebirge entlang der Küste, aber die Bäume wachsen weniger hoch und das Dickicht ist weniger dicht. Die riesigen Farne finde ich immer noch faszinierend. Die Wälder und Weiden sind grüner.

 

(Flora und) Fauna

Manche Eukalyptusarten „häuten“ sich und werfen ihre alte Rinde in Streifen ab.

Es gibt viele Pflanzen und Vögel, die ich alle nicht kenne. Bush turkeys oder brush turkeys (beide Schreibweisen haben wir gesehen) und Ibisse sind immer dabei, oft auch knallbunte Sittiche, weiße Kakadus, angriffslustige Elstern (es ist Brutzeit) und alle, die sich mir nicht namentlich vorgestellt haben.

b(r)ush turkey 

 

Dieser Ibis trinkt gerade aus der Pfütze.

Bush turkeys und Ibisse übernehmen hier die Rolle der Spatzen; sie picken in Menschennähe gerne Restkrümel auf. So kam uns einmal ein bush turkey aus einer nicht verschlossenen Mülltonne entgegen und Ibisse machten sich im offenen Bereich eines Schnellrestaurants über die stehengelassenen Pommes her.

Der whipbird ist ein ganz besonderer Vogel; er hat zwar kein besonders auffälliges Federkleid und ist deshalb in den Wäldern nicht zu sehen, aber dafür um so lauter zu hören. Sein Ruf klingt tatsächlich wie das pfeifende Knallen einer Peitsche. Dieser Pfiff ist allgegenwärtig, er ertönt sogar als Grün-Signal an allen Fußgängerampeln.

 

TL; DR
Lies nur die Zwischenüberschriften.